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Mia Leoni - Leseprobe: Zwischen Leben und Liebe (Liebesroman)
Zwischen Leben und Liebe

Leseprobe:
Zwischen Leben und Liebe

Eine kleine Info vorweg: Die dreiundzwanzigjährige Louisa lebt mit ihrem Vater und ihrer Schwester Marie unter einem Dach, ist aufgrund eines Schicksalsschlags momentan der Ernährer der Familie. Dummerweise hat sie sich zuvor mit der Polizei angelegt und hat ihren Job verloren, was ihr mächtiges Kopfzerbrechen bereitet. Zwei Raten für das Haus stehen noch aus und auch sonst fehlt es an allen Ecken und Enden.

Endlich ziehe ich mir meine Jogging-Sachen an, damit ich mir meinen Frust von der Seele laufen kann. Im Karate-Club werde ich eine intensive Trainingseinheit einlegen, damit ich mich heute Abend auf eine Lösung für unser finanzielles Problem konzentrieren kann. Ich muss mir unbedingt etwas einfallen lassen, um die zwei ausstehenden Raten innerhalb von vierzehn Tagen bezahlen zu können. Die Haushaltskasse ist leer, mein Konto ebenso, und auf das Konto meines Vaters brauche ich sicher nicht zu sehen.
Trotz des elendigen Knarzens der Treppenstufen erreiche ich unbemerkt die Haustür. Doch als ich sie öffne, bleibt mir vor Schreck fast das Herz stehen.
Auf der Türschwelle steht Mika und hat den rechten Zeigefinger nach der Klingel ausgestreckt.
»Mein Gott, du hast mich zu Tode erschreckt!«
»Schlechtes Gewissen?«, fragt er trocken.
»Hä? Warum sollte ich?«
»Menschen erschrecken sich nur so sehr, wenn sie ein schlechtes Gewissen haben.«
Ich schüttle verwirrt den Kopf. »So ein Blödsinn. Ich habe kein schlechtes Gewissen.«
»Du wolltest also gerade zu uns kommen? In Sportklamotten?«
Immer noch sehe ich ihn verständnislos an.
»Wir waren auf einen Kaffee verabredet«, hilft er mir auf die Sprünge.
Stimmt, da war was, nachdem er mich heute Morgen fast überfahren hätte. Der Kerl will mich umbringen. Schon zum zweiten Mal.
»Wir können auch hierbleiben«, schlägt Mika vor und macht einen Schritt auf mich und die Haustür zu.
Sofort ziehe ich die Tür hinter mir ins Schloss und stelle mich ihm in den Weg. »Ich kann jetzt nicht, Mika. Tut mir leid. Hab unsere Verabredung total vergessen.«
»Jetzt bin ich echt beleidigt. Was kann denn wichtiger sein als ein Kaffee mit mir?« Er grinst mich spitzbübisch an.
Früher mochte ich das. Mika hatte immer das Talent, mich wieder zum Lächeln zu bringen, wenn ich traurig oder schlecht gelaunt war. Aber irgendwann haben seine Aufmunterungsversuche nicht mehr ausgereicht. Und heute werde ich eher wütend über seine Bemühungen, die Vergangenheit zu ignorieren. Zu viel ist seither passiert, als dass ich einfach den Reset-Knopf drücken könnte.
»Ich muss noch trainieren«, rede ich mich heraus, weil mir im Moment überhaupt nicht der Kopf nach einem oberflächlichen Plausch mit meinem ehemals besten Freund steht.
»Für was trainierst du?«
»Ich muss bald eine wichtige Prüfung absolvieren. Außerdem will ich meine Unterrichtsstunde für die Kids vorbereiten.«
»Du sprichst in Rätseln. Bist du jetzt Lehrerin? Als ich dich das letzte Mal gesehen habe, hast du BWL studiert.«
»Es hat sich viel verändert, Mika. Ich habe mich verändert. Und ich muss jetzt wirklich los. Wenn ich also …«
Gerade will ich an ihm vorbeischlüpfen, doch er hält mich am Handgelenk zurück.
Seine Berührung elektrisiert meinen ganzen Körper, und ich werde schmerzlich an vergangene Zeiten erinnert, in denen es selbstverständlich war, dass wir beide uns nah waren.
»Bitte, Lou, renn nicht weg. Können wir nicht miteinander sprechen?« Inzwischen ist sein Grinsen einem ernsten Gesichtsausdruck gewichen.
Wir sehen uns lang in die Augen. Sein Flehen darin lässt mich weich werden.
»Von mir aus, dann rede! Aber beim Laufen.«
»Bitte was?«
»Ich laufe jetzt in meinen Sportclub, und du kannst gern mitkommen und sagen, was du loswerden möchtest.«
»Ähm … du meinst, ich soll joggen?«
»Du kannst es auch lassen.«
»Nein! Moment … ich hab nicht die richtigen Sachen dafür mit. Und ich bin echt nicht in Form. Kann ich auch Rad fahren?«
»Ist mir völlig egal. Hauptsache, ich kann jetzt los.«
»Okay, warte! Ich hole nur schnell das Rad.«
Während er sich umdreht und über die Straße in sein Elternhaus flitzt, mache ich mich schon auf die Socken. Er wird mit dem Fahrrad ja wohl hinterherkommen.
Allerdings dauert es ein paar Minuten, bis ich ihn hinter mir höre.
»Hey«, ruft er. »Flüchtest du etwa?«
»Nein, ich dachte, du kannst locker mithalten.«
Endlich hat er mich eingeholt und tritt nun gleichmäßig in die Pedale. »Mein Gott, du läufst schneller, als ich Rad fahre. Seit wann bist du so sportlich?«
»Seit der zehnten Klasse. Aber das hat dich ja nicht interessiert.«
»Moment! Wie kommst du darauf, dass mich das nicht interessiert hat?«
»Du hattest eben andere Dinge im Kopf.«
»Wir waren sechzehn. Natürlich hatte ich da viele Dinge im Kopf. Und wenn du dich nicht völlig von mir abgewandt hättest, hätte ich vielleicht auch mitbekommen, dass du auf Olympia spekulierst. Kannst du mal etwas langsamer laufen?«
»Erstens hast du dich abgewandt, zweitens will ich nicht zu den Olympischen Spielen und drittens solltest du vielleicht etwas schneller fahren. Deine Ausdauer ist ja furchtbar.«
»Nein, meine Reifen sind platt.«
Ich sehe nach unten, und tatsächlich, in den Gummis ist kaum noch Luft.
»Es wurde länger nicht benutzt«, erklärt Mika. »Und Zeit zum Aufpumpen hatte ich schließlich nicht.«
Genervt rolle ich mit den Augen. Er hat darauf bestanden mitzukommen. Ich habe ihn nicht darum gebeten.
»Ich bin ein paar Tage in der Stadt«, setzt er erneut an. »Wegen des Klassentreffens. Du weißt doch davon, oder?«
»Ja, aber ich werde nicht hingehen.«
»Warum nicht?«
Ich stoppe abrupt und atme ein paarmal tief ein und aus. »Falls du es nicht mitbekommen hast, war die Schulzeit nicht unbedingt meine schönste. Soll ich mit einem Haufen Idioten in Erinnerungen schwelgen, die nicht sonderlich angenehm für mich sind?«
Als Mika nicht sofort antwortet und mich nur betroffen ansieht, laufe ich einfach weiter. Zwar folgt er mir, sagt aber kein Wort mehr, bis wir am Club angekommen sind. Inzwischen frage ich mich, warum er mir immer noch an den Hacken klebt.
Bevor ich hineingehe, wende ich mich ihm zu. »Was willst du, Mika? Hast du mich jetzt nur verfolgt, weil du mich zu diesem blöden Klassentreffen überreden wolltest? Warum möchtest du, dass ich mitkomme?«
»Weil … keine Ahnung … Ich dachte, es wäre vielleicht schön, alte Freunde wiederzutreffen.«
»Welche Freunde? Deine? Ich hatte keine! Ich erinnere mich nur an Leute, die hinter vorgehaltener Hand getuschelt haben, falls sie mich mal bemerkt haben. Oder an blödes Gelächter. Aber meist war ich sowieso nur Luft für alle anderen.«
»Das ist doch gar nicht wahr«, widerspricht er, doch scheint nicht mal er selbst von seiner Behauptung überzeugt.
Er hat offenbar eine völlig andere Wahrnehmung, also macht es wenig Sinn, mit ihm darüber zu diskutieren.
Mit einem Kopfschütteln lasse ich ihn stehen und betrete den Eingangsbereich des Sportclubs. Dem Mitarbeiter hinter dem Tresen werfe ich ein Lächeln zu, obwohl es mir schwerfällt.
»Ich geh trainieren«, informiere ich ihn. »Ist das kleine Dojo frei?«
»Erst in einer Stunde wieder besetzt.«
»Reicht.«
Dass ich in Ruhe an der Kata feilen kann, die ich mit den Kids morgen üben möchte, kann ich mir allerdings abschminken. Denn als ich den Gi aus meinem Spind im Gemeinschaftsraum hole, klopft es schon an der Tür. Im nächsten Moment steckt Mika den Kopf herein.
Mir entfährt ein genervtes Grummeln. »Du bist ja immer noch da!«
»Wir haben auch noch immer keinen Kaffee getrunken.« Er grinst mich blöde an.
»Das werde ich jetzt auch nicht. Hast du gedacht, ich laufe in den Club, um mit dir Kaffeeklatsch zu machen?«
»Offensichtlich nicht.«
»Ich will jetzt trainieren. Willst du mir etwa dabei zusehen?«
»Warum nicht?«
Zwar fühle ich mich sicher in meinen Bewegungsabläufen und bin schon vor unzähligen Menschen Kata gelaufen, aber dass Mika mich dabei beobachtet, behagt mir absolut nicht.
Dennoch sehe ich ein, dass ich ihn im Moment wohl nicht loswerde und willige ein. »Von mir aus. Aber darf ich mich wenigstens noch ungestört umziehen?«
»Ja … ähm … sicher«, stammelt er und schließt die Tür.
In der Damenumkleide ziehe ich flink meine Trainingsklamotten über und tapse dann barfuß auf den Flur hinaus. Dort wartet Mika an eine Wand gelehnt und hat tatsächlich eine Tasse Kaffee in der Hand.
»Ich schätze mal, du wolltest jetzt keinen, oder?«, vergewissert er sich.
Wieder rolle ich mit den Augen und steuere zielstrebig die kleine Trainingshalle an. Mein Einwand, dass Getränke, abgesehen von Wasserflaschen, in den Räumen nicht gestattet sind, juckt Mika nicht sonderlich.
»Ich passe schon auf«, erwidert er und setzt sich erwartungsvoll auf eine der Bänke am Rand der Halle.
Ich stelle mich auf und beginne mit der ersten Kombination aus Arm- und Beintechniken. Allerdings schlürft Mika so laut an seinem Heißgetränk, als würde die Feuerwehr gerade einen Keller auspumpen. Zumindest nehme ich es so wahr.
Ich lasse die Arme fallen und sehe ihn böse an.
»Was?«, fragt er, sobald er meinen Blick bemerkt hat.
»Ich kann mich nicht konzentrieren, wenn du säufst wie eine Kuh.«
»Also wenn, dann bin ich ein Bulle! Aber ich bin doch ganz leise. Lass dich nicht von mir stören.«
»Du störst mich aber … okay, das geht so nicht.«
»Ist es dir etwa peinlich?«
»Nein!« Doch, aber das gebe ich mit Sicherheit nicht laut zu. »Ich brauche nur keine Zuschauer.«
»Sorry … ich … oh Mann, tut mir leid. Ich drängle mich auf.«
»Was du nicht sagst.«
»Ich wollte nur nicht, dass du mir wieder entwischst. Ich hatte das Gefühl, dass du mir aus dem Weg gehst.«
»Du solltest das nächste Mal auf dein Gefühl hören.«
»Lou … bitte …«
»Schon gut. Komm her.«
Sogleich steht er auf.
»Ohne den Kaffee!«
»Sorry.« Er stellt die Tasse auf der Bank ab und kommt mit unsicheren Schritten zu mir in die Mitte der Matte. »Was hast du vor?«
»Warte hier.« Ohne ihn aufzuklären, flitze ich zu den Schlagpolstern, klemme mir noch einen Kopfschutz unter den Arm und schleppe beides zu Mika.
Seine Augen werden immer größer. »Ähm … was wird das?«
Noch immer gebe ich ihm keine Antwort, drücke ihm stattdessen den Helm in die Hand und zeige ihm, wie man die Pratze hält. »Mit beiden Händen greifen.«
»Benutzt du mich jetzt als menschlichen Boxsack?« Obwohl er ganz und gar nicht angetan von seiner Rolle scheint, nimmt er mir die Pratze ab und stellt sich in Position.
»Du bist mein Trainingspartner. Das ist eine ganz normale Übung.«
»Okay, wenn du meinst. Sag mal, wann hast du … Fuck!«
Der erste Tritt hat ihn offensichtlich sehr überrascht. Er taumelt zurück und kann sich nur schwer auf den Beinen halten.
»Was wolltest du sagen?«, frage ich mit einem süßlichen Lächeln.